Rechte Strukturen

Diese Auflistung von rechten und rechtsextremen Organisationen und deren Strukturen im Landkreis Görlitz beansprucht keine Vollständigkeit. Die zusammengestellten Daten ergeben sich aus den Recherchen der letzten Jahre und aus Archiven unterschiedlichster zivilgesellschaftlicher Organisationen. Für uns ist es wichtig die Kontinuität rechter Akteur*innen und Organisationen seit den 1990ern aufzuzeigen.

Alternative für Deutschland (AfD)

seit 2013 aktiv

    

Im November 2013 gründeten 30 Mitglieder den Kreisverband (KV) Görlitz der AfD in der Gaststätte "Zur Landeskrone" in Görlitz. Zu den Gründungsmitgliedern zählen u.a. der Polizeibeamte Sebastian Wippel (Görlitz) und der Unternehmer Jörg Domsgen (Zittau).

2019 verlässt der Mitbegründer und Erster Vorsitzender Frank Großmann aus Görlitz den Kreisverband der AfD. Er gab in einem Interview 2019 bekannt: "Ich gründete den Kreisverband 2013, kurz vor der Bundestagswahl (...). Wir hatten einfach unfassbar viele Unterstützer. Ich bekam erst Monate später mit Schrecken mit, wer mich da zum Teil unterstützt hatte. Einige Reichsbürger und andere Fanatiker waren sehr engagiert dabei."

Die AfD beteiligte sich an den rassistischen Demonstrationen in Görlitz im Jahr 2015 zum Beispiel bei den Demonstrationen der rassistischen Initiative "Görlitz bewegt sich" (GBS) (siehe Chronik), in welcher auch das heutige AfD Stadtratsmitglied Enrico "Eno" Strauß (Eintritt in den Stadtrat 15.02.2026) aktiv war. Strauß unterhielt darüber hinaus zu dieser Zeit Kontakte zur rechtsextremen NOP („Nationale Wiedergeburt Polens“ - Narodowe Odrodzenie Polski -NOP) unter Grzegorz Stemmler in Zgorzelec und war in eine szeneinterne Schlägerei mit einem GBS Mitglied verwickelt (Indymedia Artikel).

Tino Chrupalla aus Gablenz bei Weißwasser wurde 2015 Mitglied der AfD und ist seit 2019 Bundessprecher dieser Partei und wurde am 29.06.2024 als Co-Vorsitzender der Bundespartei der AfD wiedergewählt. Er holte bei den letzten drei Bundestagswahlen (2017, 2021, 2025) das Direktmandat für den Bundestag im Wahlkreis Görlitz (WK 157). Tino Chrupalla war vom Februar 2017 bis Oktober 2021 Kreisvorsitzender im Kreisverband Görlitz.

AfD Mitglieder des Landkreises, die im Sächsischen Landtag vertreten sind:

  • Sebastian Wippel (aus Görlitz und seit September 2014 Mitglied des Landtags, aktuell Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl am 10.05.2026 in Görlitz)

  • Roberto Kuhnert (aus Weißwasser und seit 2019 Mitglied des Landtags)

  • Roman Golombek (aus Sohland am Rotstein und seit 2024 Mitglied des Landtags)

  • Hajo Exner (aus Zittau und seit 2024 Mitglied im Landtag)

Kommunalpolitische Protagonisten in der Region, die sich an diversen außerparlamentarischen Aktionen beteiligen sind vor allem:

  • Jens Jäschke (Stadtrat Görlitz)

  • Dietrich Kuhn (Stadtrat Görlitz)

  • Frank Figula (Stadtrat Zittau), Jörg Domsgen (Stadtrat Zittau)

  • Sebastian Wippel (Stadt - und Kreistag Görlitz)

  • Tino Chrupalla (Kreistagsmitglied und Bundessprecher der AfD)

  • Peter Hild (Gemeinderat Mittelherwigsdorf)

  • Lutz Jankus (Stadtrat Görlitz - seit 01/26 fraktionslos durch Ausschluss aus der AfD Fraktion)

Die Wahlergebnisse liegen im Landkreis seit Jahren zwischen 30-50 %. Bei der Landtagswahl im Jahr 2024 wählten beispielsweise in der Gemeinde Schönau-Berzdorf a.d.Eigen 51% die AfD.

Aktuell gibt es folgende kommunalpolitische Mandate in der Region:

  • Kreistag 31 Sitze

  • Stadtrat Zittau 8 Sitze

  • Stadtrat Löbau 7 Sitze

  • Stadtrat Reichenbach 4 Sitze

  • Stadtrat Weißwasser 7 Sitze

  • Stadtrat Niesky 7 Sitze

  • Stadtrat Görlitz 13 Sitze

In die Gemeinderäten und Ortsvorstände im Landkreis Görlitz wurden viele AfD Kandidierende von den wahlberechtigten Bürger*innen gewählt.

(Stand Januar 2026)

  • Quellen:

Quelle: 15°Research / 2026 Wahlkampf Oberbürgermeister*innenwahl Görlitz
Quelle: 15°Research Archiv / "Montagsdemo" in Görlitz Februar 2023
Quelle: 15°Research Archiv / AfD Veranstaltung Marienplatz Görlitz 2022
Quelle: 15°Research Archiv / AfD Veranstaltung Marienplatz Görlitz2022
Quelle: 15°Research Archiv / Screenshot Social Media 2022

Boot-Boys / Instinkt

2002 – 2022

In dieser rechtsextremen Gruppierung, die sich den Namen "Boot Boys" gaben, organisierten sich während ihres Bestehens bis zu 40 Jugendliche und junge Erwachsene. Die Gruppe einte ihr rechtes Weltbild und die Affinität zur Gewalt. Die Meisten von ihnen standen dem "Hooligan-Spektrum" und der rechten Skinhead-Szene nahe. Offen propagierten sie sich teilweise als "Anti-Antifa-Aktivisten" und huldigten ehemaligen NS-Funktionären.

Eine Vielzahl der Angriffe auf alternative und linke Jugendliche in Raum Görlitz können den Boot-Boys in ihrer existierenden Zeit zugeschrieben werden.

Im Landkreis gab es immer wieder Ermittlungen gegen die Gruppierung Boot- Boys durch die Polizei. Boot-Boys Mitgliedern wurde nachgewiesen, dass vier von ihnen Hakenkreuze an die ehemalige Synagoge gesprüht hatten und weitere Boot-Boys an einem Angriff auf alternative Jugendliche im Volksbad Görlitz beteiligt waren.

Es gab personelle Überschneidungen der Boot-Boys mit der Fußball–Szene (Spieler und Fans). Die Boot-Boys nahmen zum Beispiel als Hobby-Team im Jahr 2010 am fünften Lausitz-Cup teil, was der FSV Görlitz mitteilte.

Mit Verweis auf das mdr-Nachrichtenmagazin "exakt" veranstalteten die Fußballer von Energie Görlitz gemeinsam mit den Boot-Boys sogenannte "Nationale Fußballturniere", bei denen die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde. Zuletzt mietete am 17.03.20212 Energie Görlitz für dieses Turnier die kommunale Jahnsporthalle in der Stadt an. Zahlreiche Boot-Boys Mitglieder spielten dabei für die Herrenmannschaft von Energie Görlitz.

Die Gruppe Boot-Boys trat seit 2017 nicht mehr personell in Erscheinung, war aber in den Sozialen Medien bis 2022 aktiv. Einige ehemalige Mitglieder der Boot-Boys gründeten mit weiteren Personen die Gruppe "Instinkt"(2017-2019). "Instinkt" trat kurzzeitig vereinzelt mit "Banner-" und "Flyeraktionen" im Stadtbild von Görlitz in Erscheinung. 

Quellen:

(Stand 15.01.2026)

Quelle: 15°Research Archiv/ 2017 Instinkt / Screenshot Social Media
Quelle: 15°Research Archiv/ 2017 Instinkt / Screenshot Social Media
Quelle: 15°Research Archiv/ 2008 Boot Boys Görlitz / Screenshot Social Media
Quelle: 15°Research Archiv/ 2008 Boot Boys Görlitz / Screenshot Social Media

Brigade 8

2012 – 2023

Die „Brigade 8“ (B8) wurde im Jahr 2012 vom Neonazi Christian Muff aus Schleswig gegründet. Beim Ableger der rockerähnlich organisierten "Brigade 8" in Mücka und Weißwasser handelt es sich um eines von mehreren Chaptern dieser 2012 gegründeten bundesweit bestehenden Gruppierung. Durch den Umzug des Bremer Neonazis Lutz M. nach Weißwasser entstand in Ostsachsen der zweitgrößte Ableger der B8.

Ihre Mitglieder waren gut vernetzt und verfügten über Verbindungen in die bundesweite rechtsextremistische – vor allem Neonazi-Szene.

In den Mückaer Räumlichkeiten fanden regelmäßig Clubabende, rechte Konzerte und Treffen statt (siehe Chronikeinträge).

Der Club löste sich am 8. Oktober 2023 offiziell auf.

Am 07.01.2026 wurde ein ehemaliges Mitglied (52) der Szene am Landgericht Görlitz wegen Drogenhandel zu einer Haftstrafe verurteilt (noch nicht rechtskräftig). Die Person ist nach eigenen Angaben aus der rechten Szene ausgestiegen:"Dem Rechtsextremismus, der Mann war als führendes Mitglied der „Brigade 8″ in Mücka vor Jahren bekannt, habe er lange abgeschworen." wurde seine Verteidigerin in der regionalen Presse zitiert.

Quellen:

(Stand März 2026)               

Quelle: 15°Research Archiv / 2020 Screenshot Social Media / Brigade 8
Quelle: 15°Research Archiv / 2020 Screenshot Social Media / Brigade 8 an der B96
Quelle: 15°Research Archiv / 2021 Screenshot Social Media / Brigade 8

Der III.Weg - Stützpunkt Ostsachsen

seit 2013 aktiv

Die Partei "Der III.Weg" wurde 2013 unter maßgeblicher Beteiligung ehemaliger NPD-Funktionäre und Aktivisten des im Juli 2014 verbotenen Freien Netzes Süd (FNS) gegründet.

Der Stützpunkt Ostsachsen wurde im Januar 2024 gegründet und hat eine Jugendgruppe, die sich "Nationalrevolutionäre Jugend" (NRJ) nennt und sich zur Aufgabe gemacht haben über Sport und Bildung wieder "eine lebenswerte deutsche Zukunft" herzustellen

2025 wurden nach eigenen Beobachtungen mindestens ein öffentliches Kampfsporttraining in Görlitz, eine Informationsveranstaltung in Görlitz mit Patrick Schröder aus der Oberpfalz (Rechtsextremist, Betreiber nationaler Versand, Gründer "Active-Clubs") und eine Gedenkveranstaltung in Löbau abgehalten.

Quelle:

(Stand März 2026)

Deutsche Soziale Union - DSU

seit 1990 aktiv

Die Deutsche Soziale Union (DSU) ist eine rechtskonservative Partei und wurde in der DDR am 20. Januar 1990 in Leipzig im Gasthaus Goldene Krone gegründet. Der Regionalverband Lausitz hatte bis 2009 kommunalpolitische Mandate im Kreistag Löbau-Zittau und dem Stadtrat Görlitz. Der Kreisvorsitzende war Christfried Wiedemuth (verstorben 2011). 1990 war die DSU im Stadtrat von Görlitz drittstärkste Partei mit 10 Sitzen. Im Jahr 2004 erhielt die DSU noch 2 Sitze im Görlitzer Stadtrat. Einen Sitz erhielt Jürgen Hösl Daum der am 01.Juni 2006 durch Jens Hasse 2008 abgelöst wurde.

Der in der Region nicht bekannt Stadtrat Jürgen Hösl-Daum stammt ursprünglich aus Nürnberg (zuvor Archivar eines Nürnberger Fußballklubs) und ist in der rechtsextremen Szene längst verankert. Ab dem Jahr 2000 fungierte Jürgen Hösl-Daum ca. vier Jahre als Bundesvorsitzender der „Schlesischen Jugend“ (Jugendverband der Landsmannschaft Schlesien) und war Herausgeber der Zeitschrift "Vergißmeinnicht". In einem Gespräch 2002 mit der „FAZ“ am Rande einer Vorstandssitzung der Landsmannschaft Schlesien im Düsseldorfer „Gerhard-Hauptmann-Haus“ bezeichnete Hösl-Daum die Oder-Neiße-Grenze zu Polen als „Unrechtsgrenze“ und bezeichnet die Bombardierung Dresdens während des 2.Weltkriegs als „Bomben-Holocaust“.

Im Mai 2003 wurde er zusammen mit zwei weiteren Kameraden in Polen kurzzeitig festgenommen. Sie hatten in Wroclaw und Umgebung mehrere hundert Holzkreuze mit der Aufschrift "Niemcy 1945-46" (Deutsche 1945-46) aufgestellt.

Ein Jahr später am 22. Juli 2004 wurde er erneut mit zwei weiteren Weggefährten Stephan Jurisch (geb. Roth) und Robert Göpfert durch die polnische Polizei in Boleslawiec (Polen) verhaftet. Dabei beschlagnahmte die Polizei in seinem Kleinbus geschichtsrevisionistische Flugblätter und Plakate. Die Plakataktion war Teil einer Kampagne »Gegen das Vergessen«, die der damalig 26-jährige Hösl-Daum mit einem Rundschreiben ins Leben rief.

Im Jahr 2006 tritt der ehem. Vorsitzende der NPD Görlitz Jürgen Krumpholz der DSU bei und wird 2011 Kreisvorsitzender der DSU. Der seit dem Jahr 2006 sitzende Görlitzer DSU-Stadtrat Jens Hasse sorgte für einen erneuten Eklat der DSU Görlitz. 2009 verteilte er im Landtagswahlkampf Plakate in Görlitz mit dem Schriftzug „Sicherheit statt Polenkult“. Eine Zensur für die Europastadt Görlitz / Zgorzelec.

Seit der Bundestagswahl 2009 tritt die DSU nicht mehr zu Bundestagswahlen. Seitdem verliert die Partei an bundesweiter und kommunaler Verortung. Seit 2022 bilden die AfD und der DSU-Abgeordnete im vogtländischen Kreistag eine gemeinsame Fraktion. Auch im Landkreis Meißen wurde mit der AfD kooperiert.

Quellen:

  • 15°Research Archiv / Antifaschistische Nachrichten 07/2002

(Stand 15.03.2026)  

Freie Sachsen

seit 2022 aktiv

Die rechtsextreme Partei "Freie Sachsen" wurde im Februar 2021 in Schwarzenberg/Erz. gegründet. Ihr aktueller Vorsitzender ist Martin Kohlmann (Rechtsanwalt aus Chemnitz). Im Landkreis Görlitz wurde die rechtsextreme Partei erstmalig im Sommer 2022 auf den "Protestveranstaltungen gegen die Corona-Maßnahmen" in Görlitz und Niesky öffentlich sichtbar.

Die Akteur*innen sind vor allem der Görlitzer Jochen Stappenbeck (Redakteur des Magazins "Aufgewacht"), der Görlitzer Burkhard Hasenfelder (MitOrganisator der Montagsdemo in Görlitz), die Herrnhuterin Kristina Dienel (Gärtnereibesitzerin) und der Zittauer Thomas Walde (Freunde von Pegida Zittau).

Das parteinahe Magazin "Aufgewacht" bringt regelmäßig Ausgaben heraus und wird laut eigenen Angaben im Eigenvertrieb veröffentlicht. Jochen Stappenbeck (Redakteur) tritt regelmäßig in Bautzen, Görlitz und Zittau mit Exemplaren des Magazins in die Öffentlichkeit und bewirbt die jeweiligen Ausgaben mit kurzen Redebeiträgen.

Im März 2025 fusionierte die Zeitschrift "Deutsche Stimme" (ehemals NPD/Die Heimat) mit dem Magazin "Aufgewacht", unter dem Titel „Aufgewacht – Die Deutsche Stimme“ zu einem gemeinsamen Monatsmagazin.

Mandatsträger*innen in kommunalen Gremien (Stand 2024) sind:

  • Kreistagsmitglieder: Frank Haman und Kristina Dienel

  • Stadtrat Görlitz: Burkhard Hasenfelder

  • Stadtrat Herrnhut: Kristina Dienel  und Thomas Lehr

  • Stadtrat Löbau: Tino Krolop

  • Stadtrat Zittau: Torsten Sameiske

(Stand 02.03.2026)

Screenshot Social Media / 2026 Jochen Stappenbeck auf Montagsdemo in Zittau
Quelle: 15°Research Archiv / Screenshot Social Media / 2025_Bündnis Oberlausitz_Herrnhut
Screenshot Social Media / 2026 Kristina Dienel im Interview
Quelle: 15°Research Archiv / Screenshot Social Media / 2024 Freie Sachsen
Quelle: 15°Research Archiv / Screenshot Social Media / 2022 Kundgebung Niesky Freie Sachsen
Quelle: 15°Research / 2022 Kundgebung Freie Sachsen Görlitz

Gemeinwohldorf Schloss Bärwalde (Ableger des Königreich Deutschland)

2022 – 2025

Königreich Deutschland – Gruppe von Reichsbürger*innen um Peter Fitzek (selbsternannte König von Deutschland) wurde im Jahr 2025 vom Bundesministerium verboten, weil sie sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung richte.

Die Reichsbürger*innen leugnen die Existenz der Bundesrepublik Deutschland und lehnen deshalb die Gesetze und die Verfassung der BRD ab.

Eine ihrer Strategien ist die Schaffung von Parallelstrukturen, wie den Aufbau sogenannter "Gemeinwohldörfer", was zum Beispiel im "Schloss Bärwalde" in Bärwalde/Boxberg geschehen sollte.

Die Gruppe in Bärwalde lud in der Vergangenheit die Bevölkerung immer wieder zu "öffentlichen Veranstaltungen" in das "Schloss Bärwalde" ein.

Die Immobilie steht seit Mitte 2025 zum Verkauf, nachdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sie im Oktober 2024 geräumt und von der inzwischen verbotenen Reichsbürgergruppe um Fitzek eingezogen hatte.

Seit 2026 gibt es einen neuen Eigentümer aus Bayern. In Zusammenarbeit mit den Behörden wird ein neues Konzept des Eigentümers angestrebt. Wichtig ist Ihm dabei "Der Park soll wieder öffentlich nutzbar sein.".

Quellen:

(Stand 10.03.2026)

Quelle: 15°Research Archiv / 2022 Screenhot Social Media
Quelle: 15°Research Archiv / 2023 Screenshot Social Media

Generation Deutschland Oberlausitz

seit 2026 aktiv

Nachdem sich im März 2025 die Jugendorganisation der AfD "Junge Alternative" auflöste, wurde Anfang 2026 die Nachfolgeorganisation "Generation Deutschland Oberlausitz" gegründet.

Die Gründungsveranstaltung des Landesverbandes Sachsen wurde in Chemnitz im Januar 2026 abgehalten. Unter den Teilnehmenden aus dem Landkreis Görlitz befanden sich u.a. Timm Kaufmann, Sebastian Wippel und Justin Treise.

Zu den Oberbürgermeisterwahlen in Görlitz organiserte der Jugendverband der AfD z.B. eine Wanderung durch Görlitz und Umgebung. Die Vertreter*innen waren u.a. auch mit einem Infostand am 09.05.2026 in Görlitz vertreten.

Quelle:Generation_Deutschland Wandertag

(Stand 10.05.2026)

Quelle: 2026 Screenshot Social Media Vorstand der Generation Deutschland LV Sachsen
Quelle: 15°Research / 2026 Wandertag Generation Deutschland LV Ostsachsen in Görlitz

Gorelitz Resista - Kameradschaft

seit 2024 aktiv

Die kameradschaftsähnliche Gruppe "Gorelitz Resista" tritt seit 2024 in Erscheinung. Sie ist sowohl in Sozialen Medien als auch bei Demonstrationen wahrnehmbar.

Die Mitglieder der Gruppe nehmen regelmäßig u.a. auch mit einem eigenen Demonstrationsblock und eigenen Transparenten an den "verschwörungstheoretischen Görlitzer Montagsdemonstrationen" teil.

Darüber hinaus waren einige Mitglieder der Kameradschaft mit einem Mitglied der Elblandrevolte an einem Angriff auf linke Jugendliche im Jahr 2024 beteiligt.

Die "queerfeindlichen Demonstratione" gegen die stattfindende Parades des "Görlitzer CSD" in den Jahren 2024 und 2025 wurden durch ein Mitglied von "Gorelitz Resista" organisiert.

"Gorelitz Resista" nutzt als Domizil eine alte Autowerkstatt in einem Görlitzer Stadtteil.

(Stand 10.01.2026)

Quelle: 15°Research / 2025 Rechtsextreme Demonstration Görlitz
Quelle: 15°Research / 2024 Rechtsextreme Demonstration Görlitz

Identitäre Bewegung Oberlausitz

seit 2018 aktiv

siehe im Glossar Identitäre Bewegung

Es gibt viele Schnittstellen zwischen bekannten Neonazis aus Görlitz und Bautzen z.B.:

  • Michael K. (Görlitz)

  • Maximilian Thorn (Bautzen)

  • Paul Neumann (AfD Bautzen)

  • Timm Kaufmann (Görlitz)

Die Identitäre Bewegung (IB) ist auf diversen Kanäle in den Sozialen Netzwerken aktiv. Darüber hinaus initiiert die IB Propaganda – Aktionen wie z.B. eine Transparentaktion unter dem Motto "Niemals auf Knien" - Gegen die Kundgebung der "Black Lives Matter Bewegung" am 13.06.2020 in Görlitz.

Im Jahr 2021 gab es durch die Mitglieder der IB rassistische Einschüchterungsversuche mit ihren sogenannten "Grenzgänge" in Görlitz und Zittau.

Quellen:

(Stand März 2026)

Junge Alternative Ostsachsen

2018 – 2025

Die "Junge Alternative Ostsachsen" (JA) trat vor allem in den "Social Media" Kanälen in Erscheinung. Ein landkreisübergreifendes aktives Mitglied war Paul Neumann in Ostsachsen (AfD Stadtrat Landkreis Bautzen). Die JA bildete die Schnittstelle zur "Identitären Bewegung "und zur "völkischen Szene" in Ostsachsen.

Neben ihren Auftritten auf den Montagsdemos u.a. in Görlitz organisieren sie auch "Wanderungen" in der Region z.B. mit Sebastian Wippel und Jörg Domsgen.

Am 31.03.2025 gab die JA ihre eigene Auflösung bekannt und gründete sich als "Generation Deutschland" im Jahr 2026 neu. (siehe Generation Deutschland).

(Stand 15.09.2025)

Quelle: 2023 Screenshot Social Media_AfD Oberlausitz am Bautzener Stausee
Quelle: 2023 Screenshot Social Media
Quelle: 15°Research 21.11.2021 Ostritz_Wanderung
Quelle: 15°Research Archiv / 2018 Screenshot Social Media

Junges Nationales Spektrum (JNS)

1994 – 1997

Die Gruppe "Junges Nationales Spektrum" (JNS) trat seit Mitte 1994 in Erscheinung. Es ist die Jugendorganisation des Vereins "Die Nationalen e.V.". Eine Mitgliedschaft in der JNS war zwischen 12. und 21. Lebensjahr möglich. Der damalige Vereinsvorsitzende hieß Udo Hempel und kam aus Brandenburg.

Im Jahr 1995 wurde während der "Rudolf-Heß-Aktionswoche" am 12.08.1995 ein Ableger der JNS - Ortsgruppe Niesky gegründet.

Während dieser "Aktionswoche" wurden Spruchbänder, Farbschmierereien mit Bezug zu Rudolf Heß in Weißwasser verbreitet.

Aus Weißwasser stammte auch die konspirative Zeitschrift "Die Kameradschaft", die über das Postfach der BBZ (einem Ableger der "Berlin Brandenburger Zeitung") vertrieben wurde. Das von Oktober 1995 an erschienene, kopierte A5-Periodikum kann als offizielles Organ der JNS/JNA Weißwasser betrachtet werden, und dokumentierte die enge Zusammenarbeit zwischen NPD und "Die Nationalen e.V.".

In Niesky störten Jugendliche, die dem Umfeld des JNS zuzurechnen sind, eine von der PDS anlässlich des 8.Mai 1995 durchgeführte Buchlesung. Während der Veranstaltung wurde auf der Bühne ein Transparent mit der Aufschrift "Rotfront verrecke!" gezeigt und alle drei Strophen des „Deutschlandliedes" gesungen. Es kam zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Veranstaltungsteilnehmern und den Störern.

Udo Hempel beteiligte sich aber auch an Überfällen auf Andersdenkende, so z.B. im Anschluss an eine "JNS-Kremserfahrt" im August 1996. Dafür ging er für mehr  als neun Monate in Untersuchungshaft in die JVA Görlitz. Kaum wieder entlassen, war er Ende Juni 1997 an einem "Gautreffen" der "Nationalen e.V." in Niesky beteiligt, auf welcher u.a. Frank Schwerdt referierte. Auf diesem Treffen wurde durch dem damaligen NPD-Kader Jürgen Krumpholz und Frank Schwerdt eine "Nationale Liste" für die kommenden  Kommunalwahlen aufzustellen intensiviert. Für die musikalische Untermalung sorgte Sten Söhndel der Sänger der Spremberger RechtsRock-Band "Frontalkraft".

Trotz der Auflösung 1997 wurde auf einer rechtsextremen Demonstration in Bautzen 2001 ein Transparent mit dem "JNS-Logo" getragen und ehemalige "Mitglieder" des "Junges Nationales Spektrum" (JNS) beteiligten sich an einer Demonstration in Niesky.

Quellen:

(Stand 02.03.2026)

Quelle: 15°Research Archiv
Quelle: 15°Research Archiv / 2001 Neonazi Demonstration Bautzen
Quelle: 15°Research Archiv / 2001 Neonazi Demonstration Niesky

Kameradschaft Oberlausitz e.V.

1997 – 2005

Die Kameradschaft "Oberlausitz e.V." hatte in etwa 40 Mitglieder (Stand 2005) und war als Verein mit Sitz in Seifhennersdorf beim Amtsgericht Zittau eingetragen. (09.10.1997). Der Vereinszweck wurde angegeben als "Der Schutz der Heimat, die organisierte Freizeitgestaltung von Jugendlichen und die Auseinandersetzung mit Politik, Geschichte und Religion in Gegenwart und Zukunft".

Ihre Mitglieder wurden für Übergriffe auf vorrangig Jugendliche, die nicht der rechten Szene angehören (wollten) verantwortlich gemacht.

Wegen der räumlichen Nähe zu Zittau bestanden gute Verbindungen zum NJB (Nationaler Jugendblock). Auch nahmen Mitglieder der Kameradschaft an einem Hallenfußballturnier der rechten Szene im Februar 2004 in Görlitz und im Januar 2005 in Zittau teil.

Diese Kameradschaft organisierte regelmäßig Sonnenwendfeiern und Sportfeste (Germanische Zehnkämpfe) für die rechte Szene, bei denen es eine überregionale Beteiligung gab.

  • Quellen:

(Stand 05.03.2026)

Landleben 19 e.V.

2019 – 2025

Der Verein "Landleben 19 e.V." wurde von Helge Hilse, dem Mitbegründer des rechten Netzwerks und Vereins "Ein Prozent e.V.", in Oybin gegründet.

Landleben 19 e.V. konnte als Projekt für das Konzept der völkischen Landnahme und als eine Schnittstelle zwischen Unternehmer*innen und völkisch-nationalistischen Strukturen im südlichen Landkreis Görlitz betrachtet werden.

2021 wurde dazu lt. Angaben auf der eigenen Website ein sanierter Gutshof in der Oberlausitz erworben. Von dieser Adresse aus, vertrieb Helge Hilse sein regional hergestelltes "Oberlausitzer Oel aus Kürbiskernen".

Der Verein Landleben e.V. wurde von verschiedenen Firmen aus dem Landkreis Görlitz unterstützt.

Nach Veröffentlichungen zu seiner Person beteuert Helge Hilse, dass er nicht mehr in Verbindung mit "Ein Prozent e.V." stehe.

Der Verein wurde am 01.08.2025 aufgelöst und die Website offline gestellt.

Quelle:

(Stand 15.02.2026)

Quelle: 15°Research Achiv / 2023 Screenshot Website
Quelle: 15°Research Archiv / 2015 Screenshot Website

Nationale Jugend Oderwitz (NJO) - Kameradschaft

2005 – 2006

Nationale Jugend Oberlausitz (NJO) trat erstmal bei einem Überfall auf einen Mann in der Neujahrsnacht 2005 in Erscheinung.

Zur NJO gehörten etwa 20 Mitglieder, überwiegend männlich und zwischen 17 und 22 Jahren alt (Stand 2006). Ihr Hauptbestätigungsfeld sind Sonnenwendfeiern in der Region, an der z.B. im Jahr 2006 rund 100 Personen der rechtsextremistischen Szene teilnahmen.

Seit 2021 gibt es erneut regelmäßige Sommersondwendefeiern mit völkischen Charakter in Oderwitz.

Quellen:

(Stand 25.02.2026)

Nationale Offensive (NO)

1990 – 1992

Die Nationale Offensive (NO) war eine rechtsextreme Vereinigung und wurde am 03.Juli 1990 in Augsburg gegründet. Schwerpunkte der Vereinigung waren Sachsen und Bayern. Der sächsiche Landesverband wurde am 11.04.1992 gegründet. Vermutlich wurde am 04.04.1992 ein Kreisverband der Nationalen Offensive in einem Jugendclub Löbau Süd gegründet.

Die Vereinigung wurde am 22.Dezember 1992 verboten.

Ende des Jahres folgte auf das Verbot eine Veranstaltung der "Nationale Offensive" in einem Löbauer Kulturzentrum, die laut Berichten aus der Szene u.a. Frank Weber mit durchgeführt haben soll. Frank Weber gehörte auch der Wiking Jugend an und leitete eine Wiking-Jugend Gruppe in Löbau. (Die vermutl. Mitgliedschaft von Frank Weber geht aus eigenen Veröffentlichungen im Jahr 1999 eines ehemaligen Mitgliedes der Wiking Jugend hervor). Die Wiking Jugend wurde am 10. November 1994 verboten.

Die Kontakte zur "westdeutschen" Neonaziszene ergaben sich teils aus den finanzierten "Ausflügen" der "akzeptierenden Jugendarbeit" Anfang der 1990er Jahre vor allem um das Begegnungshaus "Kränzelstraße" in Görlitz. Augenzeugen berichten von Plakaten in der Görlitzer Innenstadt und in dem neu enstehendem "Begegnungszentrum Kränzelstraße".

Bei einem massiven Übergriff 1993 der Neonaziszene aus Görlitz, so Augenzeug*innen, stammen die Täter aus dem Umfeld der Kränzelstraße und Neonazis aus anderen Bundesländern.

Quellen:

(Stand 05.02.2026)

Nationaler Jugendblock Zittau e.V. (NJB)

seit 1992 aktiv

Die Kameradschaft "Nationaler Jugendblock Zittau" (NJB) ist ein gemeinnütziger rechtsextremer Verein mit Sitz in Zittau und wurde am 04.01.1992 gegründet - die Vereinseintragung erfolgte am 04.08.1992 am Amtsgericht Zittau.

Von Januar 1992 bis 2001 nutzte der Verein in der Südstraße 8 in abbruchreifes Haus als Vereinsdomizil. Die städtischen Wohnbaugesellschaft vermietete für 80,- DM das Gebäude an den NJB. Dieses Objekt etablierte sich in den Anfängen der 1990er Jahre schnell zum einem festen Treffpunkt der Noenazis aus Ostsachsen 

Im Jahr 2002 zog der NJB kurzfristig in die Lessingstraße 11 und ab 2005 in ein Haus an der Äußeren Oybiner Straße in Zittau. Das bis heute genutze Haus wurde dem NJB mutmaßlich von einem extrem rechten Bauunternehmer aus Görlitz vermietet.

In allen drei Objekten fanden und finden regelmäßige Rechtsrock Konzerte oder Vorträge mit bundesweiten bekannten Rechtsextremist*innen statt. Als Postadresse (Stand 10/2025) nutzt auch der regional bekannte Rechtsextremist Jürgen-Hösl Daum das Anwesen.

Der "Nationale Jungenblock Zittau" dient als Anlaufstelle der gewaltbereiten, extrem rechten Szene und völkischen Szene seit über 30 Jahren im südlichen Landkreis Görlitz. Zum 33 jährigen Bestehen des Vereins fand eine Veranstaltung am 13.09.2025 mit ca. 160 TN statt.

Quellen:

(Stand 02.03.2026)

Quelle: 15°Research / 2026 NJB Haus in Zittau
Quelle: 15°Research / 2025 NJB Logo auf Rechtsextremer Demonstration Görlitz
Quelle: 15°Research Archiv / 2023 Screenshot Social Media / Rechtsextremes Konzert
Quelle: 15°Research / 2001 NJB Logo auf Rechtsextremer Demonstration Zittau
Quelle: 15°Research Archiv / 2001 NJB Haus Südstraße Zittau

NPD / Die Heimat

seit 1996 aktiv

Der Kreisverband NPD Görlitz Schlesien wurde von Jürgen Krumpholtz am 19. Mai 1996 in Görlitz gegründet.

Durch wachsende Mitgliederzahlen kam es im April 1997 zur Teilung der Görlitzer NPD-Gruppe und Konstituierung eines weiteren KV Löbau/Zittau. Parallel dazu entstand in Weißwasser ein dritter Kreisverband der NPD. Der NPD Kreisverband Löbau /Zittau wurde am 06.04.1997 gegründet 

Die NPD führte vor allem in den Jahren von 1996 - 2012 Demonstrationen und Großveranstaltungen im gesamten Landkreis durch (z.B. das "Deutsche Stimme Pressefest" im Niederschlesischen Feriendorf am Quitzdorfer Staussee (2010) oder in der Diskothek Wodan in Mücka (2004)).

Der Kreisverband Görlitz besaß eine eigene Immobilie in der Rothenburger Straße in Görlitz (1997 - 2010), diese wurde Teil einer Zwangsversteigerung im Herbst 2010.

Zur Landtagswahl 2009 machten die Mitglider der NPD in Görlitz durch eine Plakatierung bundesweit Schlagzeilen - es wurden Plakate mit den Slogans "Poleninvasion stoppen" und "Ausländer raus" in der gesamten Grenzstadt aufgehangen.

Der damalige NPD Mitarbeiter im Sächsischen Landtag Torsten Hiekisch (ehem. Geschäftsführer des Altkreis Löbau-Zittau, 06/2022 verstorben) wurde im Februar 2010 wg. Volksverhetzung verurteilt. Die Zittauer NPD-Stadträtin Antje Hiekisch (2009 - 2014) verließ 2014 die NPD.

Andreas Storr (Landtagsabgeordneter NPD, Stadt und Kreisrat Görlitz) betrieb 2011 ein Bürgerbüro in Zittau und Görlitz.

2019 bei den Stadtratswahlen Görlitz erhielten die NPD Kandidat*innen Andreas Storr und Cindy Elisabeth Elsner 376 Stimmen und kamen nicht mehr in den Stadtrat, ebenso verfehlte die NPD den Wiedereinzug in den Kreistag mit einem Ergebnis von 1%.

Als Kreisverband tritt die NPD/Die Heimat wenig bis fast gar nicht mehr in der Öffentlichkeit auf. Einzelne Akteur*innen, wie Per Lennart Aae nahmen u.a. in der Vergangenheit an den "Anti-Corona" Demonstrationen und Kundgebungen teil.

Nach der der Umbenennung der NPD zur Partei "Die Heimat" (2023) trat diese 2024 zur Europawahl an.

Finley Pügner (siehe Beitrag Rechte Jugendkultur) ist Mitglied der "Jungen Nationalisten" (JN), der Jugendorganisation der Partei.

Quellen: 

  • VS Bericht 2007

(Stand 02.03.2026)

Quelle: 15°Research / 2019 Schild und Schwert Festival Ostritz
Quelle: 15°Research Archiv / 1997 München gegen die Wehrmachtsausstellung
Quelle: 15°Research / 2024 Rechtsextreme Demontration Görlitz
Quelle: 15°Research Archiv / 2022 Beerdigung eines NPD Funktionär in Weinheim
Quelle: 15°Research Archiv / 2005 NPD Demonstration Görlitz
Quelle: AIB Infoblatt / 1998 NPD Demonstration in Zittau

Odins Legion - Kameradschaft

1996 – 2004

Der Verein Jugendclub Glossen e.V. wurde 1996 gegründet und ist bis heute aktiv. Dem Trägerverein Jugendclub Glossen e.V. diente das Domizil für Jugendliche in der Region Löbau.

Der Jugendklub diente in den Jahren 1996 - 2004 als Treffpunkt rechtsextremer Jugendlicher mit enger NPD-Anbindung und guter Kontaktbereitschaft zum benachbarten NJB in Zittau. Daraus entstand die Kameradschaft "Odins Legion" und in dem Haus fanden u.a. Konzerte der rechtsextremen Szene statt.

Auch das in der regionalen Szene bekanntgewordene "Kampf der Titanen" fand in der Gegend statt. An diesem "Sportevent" beteiligten sich bis 100 TN der rechten Szene Ostsachsens.

In einem TAZ Artikel vom  28.8.2000 wurden die "jugendlichen Rechtsextremen" interviewt - Auszüge aus dem Interview: "Neben Daniel Walter steht einer, der das T-Shirt der rechtsextremen Blood-&-Honour-Band Skrewdriver trägt. (...) Der Sänger von Skrewdriver ist mein Vorbild, der hat für Deutschland gekämpft. (...) Sein Nachbar hat auch ein Vorbild: Rudolf Heß, ist doch klar."

Am Tag nach der Ausstrahlung des Dokumentarfilms des MDR "Nur Härte zählt" fand ein größeres Treffen des "Nationalen Widerstandes Oberlausitz" im Jugendclub »Odins Legion« statt. Noch in derselben Nacht am 10.12.1999 überfielen rund vierzig, teilweise vermummte Rechtsextreme eine Geburtstagsfeier in Schönbach. Mehrere Jugendliche wurden zum Teil schwer verletzt.

Der Verein Jugendclub Glossen e.V. ist weiterhin im Vereinsregister eingetragen.

Quellen:

(Stand 02.03.2026)

Quelle: 15°Research Archiv/2000 Kampf der Titanen
Quelle: 15°Research Archiv/1999 Kampf der Titanenen
Quelle: 15°Research Archiv/1998 Jugendklub Clossen
Quelle: 15°Research Archiv/1997 Jugendklub Clossen

Republikaner (REP)

1990 – 1997

Ab 1990 gab es einen Regionalverband "Ostsachsen" und ein Jugendableger der Republikaner in Görlitz.

1995 fand der sächsische Landesparteitag der Partei in Niesky mit 60 Deligierten statt. Im Mai 1996 fand in Görlitz eine Veranstaltung zur Gründung eines NPD Kreisverbandes statt. Mit dieser Gründung wurden teils ehemalige Mitglieder*innen der Republikaner in den neuen rechtsextremen Verband mit aufgenommen.

Kommunalpolitisch gab es einen langjährigen Vertreter der Republikaner im Stadtparlament von Weißwasser. Der ehemalige Stadtrat Siegfried Kalla wechselte 1997 in die NPD und wurde Ansprechpartner eines neuen Kreisverbandes in Zwickau und dem Chemnitzer Land.

Quellen:

  • Artikel aus Sächsische Zeitung v. 09.05.1996

(Stand 02.03.2026)

Schlesische Jungs Niesky – Kameradschaft

seit 1997 aktiv

Die Kameradschaft Schlesische Jungs (SJ) aus Niesky und Umgebung ist seit Ende der 1990er Jahre aktiv. Sie zählt ca. 20 Mitglieder und nutzen seit Jahren Räumlichkeiten, die ihr von der örtlichen Wohnungsbaugesellschaft vermietet werden. Wie für Kameradschaften üblich, geben sich viele ihrer Mitglieder über eine gemeinsame Symbolik in der Öffentlichkeit zu erkennen - mit einheitlichem Schriftzug auf Bomberjacken, T-Shirts und Autos.

Die SJ sind bekannt durch Konzerte und Veranstaltungen in den eigenen Klubräumen. Das eigene Domizil in der Herbert-Balzer-Straße wurde abgerissen und sie sanierten sich ab 2018 einen neuen Klubraum im Bahnhof in Niesky.

Neben Konzerten und Klubabenden finden auch "Gedenkveranstaltungen" in der Region statt. Mitglieder der Kameradschaft nahmen an großen rechtsextremen Konzerten wie dem "Schild und Schwert Festival" in Ostritz oder bundesweiten Demonstrationen wie z.B. in Dresden teil.

Das bekannteste Mitglied der Kameradschaft ist Thomas Christgen. 2024 kandidierte er auf der der Liste der AfD für den Einzug in den Stadtrat, wo er seit 09.06.2024 fraktionslos im Stadtrat sitzt. Thomas Christgen war früher NPD Mitglied (NPD Rhein-Nahe). Seine Aktivitäten entfalten sich, durch die beispielsweise Teilnahme an verschiedenen Neonazidemonstrationen in Niesky, Bad Muskau und Dresden. Er war auch Teilnehmer am "Schild und Schwert Festival" in Ostritz (04/2018) und zuletzt am 21.06.2025 an einer völkischen Sommersonnenwendfeier im benachbarten Tschechien dabei.

Quellen:

(Stand 02.03.2026)

Quelle: Screenshot Social Media 2025 / Niesky Kundgebung gegen das Asylheim - Thomas Christgen
Quelle: Screenshot Social Media / 2024 "Heldengedenken" Schlesische Jungs
Quelle: 15°Research Archiv / 2021 Schlesische Jungs
Quelle: 15°Research Archiv / 2018 Schelsische Jungs Domizil
Quelle: 15°Research Archiv / 2008 Screenshot Social Media
Quelle: 15°Research / 2008 Screenshot Social Media