Über Uns

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Der Nationalsozialismus ist zeitgeschichtlich seit über 75 Jahren überwunden und trotz dessen leben dessen menschenverachtenden Vorstellungen bis heute noch. Dies hat tragische Folgen für die demokratische Gesellschaft. Die aktuell bundesweit bekanntesten Ereignisse sind dramatische Auszüge der leider zu oft (aus)gelebten menschenverachtenden Phantasien:

Im Jahr 2019 wurde der rechtsextreme Mordanschlag am CDU-Politiker Walter Lübcke verübt. Der Rechtsextreme Stephan Balliet versuchte in Halle zum jüdischen Gedenktag Jom Kippur, die in der Synagoge befindlichen Menschen zu töten und erschoss dabei zwei Menschen.

Im Jahr 2020 folgte der rassistische Anschlag in Hanau, bei dem der rechtsextreme Täter Tobias Rathjen neun Menschen ermordete.

Brandstifter im Geiste und Folgen derer werden in Zahlen zu unendlichen Schicksalen.

Die Auswirkungen von menschenfeindlicher Gewalt und Ansichten oder rechten Straftaten werden im Landkreis Görlitz von 15° Research dokumentiert. Dabei wird eine Kontinuität seit 1990 sichtbar gemacht.

Ein Ausschnitt der Kontinuitäten:

  • Kleine Anfrage Drs.-Nr.1/933 v. 18.11.1991 / „Im Zeitraum vom 01.01.1991 bis 27.10.1991 sind der Staatsregierung im Zusammenhang mit der Asyl-und Ausländerproblematik folgende Ereignisse bekannt geworden: Angriffe und Angriffsversuche auf Heime für Asylbewerber und Aussiedler; im Regierungsbezirk Dresden (4 x Zittau; 2 x Görlitz) – dort wohnende Asybewerber und zu deren Schutz eingesetzte Polizeikräfte wurden durch die Straftäter verletzt.“

  • 1992 Rechtsextreme Jugendliche werfen in Löbau Brandsätze in eine Unterkunft geflüchteter Menschen.

  • 2000 Bernd Schmidt in Weißwasser wird aus menschenverachtenden Gründen ermordet, als „menschliche(n) Schrott“ bezeichnet ihn der Täter im Gerichtsprozess (1)

  • Oktober 2020 Über ein Dutzend Hakenkreuze wurden in Zittau gesprüht.

  • 2020 Ein Görlitzer AfD-Stadtrat verlässt die Fraktion aus „taktischen“ Gründen, dieser solidarisierte sich mit der bekannten Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck. Im November 2020 fügte er einem Facebook Post hinzu: „Der lieben Dame alles Gute für die kommende Zeit und dass sie uns noch lange erhalten bleiben möge!“ (2)

Im Landkreis Görlitz haben faschistische, antisemitische und rassistische Ansichten nach wie vor viele Anhänger*innen. Einige dieser Menschen und Gruppen sind seit Jahren generationsübergreifend aktiv und zum Teil fest in regionale, überregionale und manche auch in internationale Strukturen eingebunden.


Einige dieser Protagonist*innen haben Positionen in Politik, Wirtschaft, Kultur und/oder Sport und nutzen diesen Einfluss, um für ihre menschenverachtenden Ideen neue Personen zu rekrutieren. Durch menschenfeindliche Ansichten, Gewalt und/oder rechte Straftaten wird ein gesellschaftspolitisches Klima der Angst, Gefahren, Verharmlosungen erzeugt. Diese Mechanismen der antidemokratischen und menschenfeindlichen Wirkungen macht 15° Research seit 1990 bis heute im Landkreis sichtbar.

Mit 15° Research sollen regionale Akteur*innen, Verwaltungen, Behörden, Wissenschaftler*innen angesprochen und angeregt werden, sich für ein demokratisches Zusammensein engagieren.

Sie können und dürfen von 15° Research profitieren und daraus Handlungsweisen für eine demokratische Stärkung der Gesellschaft entwickeln, auch um präventiv einzuwirken und/oder beratend vor Ort zu fungieren.


(1) Quelle: Todesopfer rechter Gewalt abgerufen am 15.01.2021
(2) Quelle:
sächsische zeitung abgerufen am 15.01.2021

Zuletzt aktualisiert am 21.05.2024